Noch wenig Erfahrung mit Moodle, aber der Kurs steht. Die Studierenden kommen auch rein, finden jedoch nichts. Am Montagmorgen flattern die Mails rein: „Was muss ich bis Freitag machen und wo steht das?“
Diese Frage kommt so lange, wie der Kurs die Antwort schuldig bleibt.
Drei Mittagspausen reichen, um Antwort darauf zu bieten. Je 30 Minuten, direkt am eigenen Kurs, in der Reihenfolge, in der das Semester sie braucht.
Drei Termine, drei fertige Teile
Jeder Termin endet mit etwas Konkretem im eigenen Kurs. Die Teile bauen aufeinander auf, sind aber einzeln besuchbar. Wer nur einen Termin schafft, nimmt den ersten.
Teil 1: Material in den Kurs (30. September)
Der Grundhandgriff, der zu allem führt: Bearbeiten einschalten, eine Datei und eine Textseite anlegen. Die Textseite sagt in zwei Sätzen, was in der ersten Woche zu tun ist. Damit ist die Montagsmail beantwortet, bevor sie geschrieben wird.
Teil 2: Die Aufgabe mit Frist (7. Oktober)
Eine Aufgabe mit Fälligkeitsdatum anlegen und sehen, wo sie bei den Studierenden auftaucht: in der Zeitleiste, neben den Fristen aller anderen Kurse. Dazu der Blick auf die Abgaben und die erste schriftliche Rückmeldung.
Teil 3: Der Selbsttest mit Feedback (14. Oktober)
Ein unbenoteter Test mit einer Frage, die zu jeder Antwort eine Rückmeldung gibt. Sich selbst testen fördert das Behalten stärker als bloßes Wiederholen – vorausgesetzt, falsche Antworten bekommen eine Rückmeldung (Lipowsky et al. 2015). Tests sind als Lernmittel extrem wirksam und werden trotzdem viel zu selten genutzt.
Derselbe Weg, drei Ziele
Die Reihe folgt einem klaren Muster: Der Weg durch die Oberfläche bleibt gleich, die Aufgabe wird anspruchsvoller, die Anleitung nimmt ab.
Am ersten Termin wird jeder Klick vorgemacht und begründet. Am zweiten nur noch das Neue. Am dritten steht der Auftrag mit vorbereiteter Anleitung im Zentrum.
Warum drei kurze Termine statt eines langen Blocks?
Verteiltes Lernen wirkt sich günstiger auf das langfristige Behalten aus als Lernen am Stück. Ein langer Block dürfte dem eher entgegenwirken (Lipowsky et al. 2015). Deshalb drei Termine im Abstand von einer Woche.
Dazu kommt der Bedarf: In Woche 1 ist der Kurs meist noch sehr leer, in Woche 2 wird die erste Abgabe terminiert, in Woche 3 gibt es Stoff zum Testen.
Zwischen den Terminen liegt je eine Aufgabe von fünf Minuten am eigenen Kurs. Ohne Abgabe, ohne Kontrolle. Sie ist der Grund, warum aus dem Gesehenen etwas wird.
Was bewusst fehlt
Kursformate mit Kacheln, Blöcke und Lernpfade kommen nicht vor. Sie wirken wie der große Wurf, gehören aber eine Stufe später und in die didaktische Beratung.
Was nach der Reihe bleibt
Im eigenen Kurs: Material, eine Aufgabe mit Frist, ein Selbsttest mit Rückmeldung. Dazu einseitige Zusammenfassungen zum Nachlesen.
Zum gefahrlosen Ausprobieren gibt es den Kurs „Was kann Moodle? (Lehrende)“, offen ohne Kennwort. Fragen zu Technik und Rechten gehen an moodle@hs-duesseldorf.de, Fragen zu Kursaufbau und Didaktik an didaktik.zwek@hs-duesseldorf.de.
Kurz vor dem ersten Termin
Hinweis: Für die sprachliche Überarbeitung dieses Beitrags wurde ein KI-basiertes Sprachmodell unterstützend eingesetzt. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim Autor.
Quelle
- Lipowsky, F., Richter, T., Borromeo Ferri, R., Ebersbach, M. & Hänze, M. (2015). „Wünschenswerte Erschwernisse beim Lernen.“ Schulpädagogik heute, 6(11). Volltext: PDF.