Das Comeback der Einrückung - klarere Kursstrukturen

Mit der Veröffentlichung von Moodle 4.0 wurden einige Änderungen eingeführt, die sowohl positiv als auch negativ aufgenommen wurden. Eine der Änderungen war die Entfernung der Einrückungsfunktion von Aktivitäten und Materialien in Kursen.

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Das Comeback der Einrückung - klarere Kursstrukturen

Wie aus dem Moodle-Tracker hervorgeht, basierte die Entscheidung, die Einrückungsfunktion mit Version 4 zu entfernen, auf Überlegungen, dass diese Funktion nicht optimal barrierefrei ist, die Darstellung auf mobilen Geräten suboptimal ist und potenzielle Probleme bei der Inhaltsformatierung auftreten können.

Dagegen steht der erhebliche Vorteil, dass das Einrücken von Materialien und Aktivitäten entscheidend für die Organisation und Strukturierung von Kursen sein kann. In einigen Fällen trägt die Funktion erheblich zur Klarheit durch eine hierarchische Gliederung der Kursinhalte bei.

Aufgrund des großen Wunsches in der Community, diese Funktion wieder einzuführen, wurde die Projektgruppe "Course hierarchy" gegründet, die für Moodle 4.2 einen Kompromiss erarbeitet hat, der es Administratoren ermöglicht, diese Funktion bei Bedarf über die Einstellungen in den Kursformaten zu aktivieren. Auch an unserer Hochschule besteht der Wunsch nach dieser Funktion und wir nutzen bereits Moodle in Version 4.3, weshalb wir die Funktion auch wieder aktiviert konten.

Video zur Aktivierung der Funktion

Zwar ist es nur eine Kompromisslösung, die nicht von jedem Kursformat unterstützt wird; jedoch unterstützen immerhin das Wochen- und Themenformat sowie "Komprimierte Abschnitte" diese Funktion, die von einem Großteil unserer Lehrenden genutzt werden.

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Hinweis: Diese Funktion ist NICHT verfügbar in den Kursformaten Ein-Themen, Einzelaktivität, Flexible Themen, Grid und Kachelformat.

Mit der Re-Implementierung ist aber Verbesserung der Kursstruktur für das Kern-Team hinter der Entwicklung von Moodle noch nicht abgeschlossen. In mehreren Schritten soll die Strukturierung von Kursen in den nächsten Versionen verbessert werden. Beim Vorgehen dazu hat es sich die Projektgruppe auch nicht gerade leicht gemacht: Zuerst wurde das Problem ausführlich dokumentiert, Expert*inneninterviews geführt, ein Co-Design-Workshop zur Kursstruktur durchgeführt und anhand der Ergebnisse eine neue Kursstruktur entworfen und als Prototyp umgesetzt. Daraus wurden nun fünf Phasen zur Implementierung bzw. zum Re-Design als langfristige Lösung entwickelt.

Phase 1 umfasste die Überarbeitung der Kursbereiche mit verbessertem Design und Navigation. Auch Phase 2 ist mit der Einführung der Funktionen zur Entscheidung, ob ein Einrücken im Kurs dargestellt wird oder nicht, weitgehend abgeschlossen. Phase 3 bis 5 zielt darauf ab, eine neue Funktion namens "mod_subsection" einzuführen. Diese Funktion ist eine Art spezieller Bereich, der nicht wie die üblichen Abschnitte auf der Kursseite zu sehen ist. Sie macht es leichter, mit den Kursinhalten zu arbeiten und diese anzusehen. Zum Beispiel kann man Inhalte so einstellen, dass sie sich auf- und zuklappen lassen und direkt neue Teile im Kurs hinzufügen. Außerdem passen wir die Benutzeroberflächen an, damit diese speziellen Bereiche gut funktionieren und auch in der mobilen App nutzbar sind.

Wir sind gespannt, was die Version 4.4 zum Kursdesign bringen wird.